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Geschrieben von: Evy Bosch   
Samstag, 02. Mai 2009 um 06:32

Mit Kindern in die Stadt zu gehen ist doch immer ein Abenteuer. Gemütlich bummeln geht nicht. Jedenfalls nicht mit meinen Jungs.
Die finden immer Ecken zum Toben und herumtollen. In großen Kaufhäusern wird gerannt, in kleinen Läden verstecken gespielt, die Fußgängerzone wird zum Labyrinth und dabei wird gekichert und gelacht.
Mal ehrlich, mir ist dabei nicht immer zum Lachen. Manchmal bekomme ich richtige Schweißausbrüche. Und als eine Verkäuferin in meinem Lieblingsladen ein Bonbon an den Kopf bekam, das sie Sekunden vorher an meinen Vierjährigen verschenkt hatte, stand ich kurz vor ....

einer „Ich-bin-total-hilflos-Ohnmacht“. Die nette Frau reagierte leicht verwirrt, aber dennoch sehr nett und gelassen. Ich wollte aber nur noch nach Hause.
Wir haben auch schon versucht die Jungs zu erpressen. Mit Eis klappt es ganz gut. Aber am Besten hilft es, tief durchzuatmen und die Einstellung zu ändern. Mir hat dabei sehr geholfen, dass ich ein paar Seiten im „Methusalem Komplott“ gelesen habe. Die Aussicht, das immer weniger Kinder auf die Welt kommen, macht mich doch sehr traurig. Und so habe ich nicht nur angefangen, wie im Buch vorgeschlagen, meine Einstellung zum Älter werden zu ändern, sondern auch meine Einstellung zu meinen Kindern. In einigen Jahren werden sich Menschen danach sehnen Enkelkinder zu haben oder spielende Kinder auf der Strasse zu erleben. Und deshalb fange ich jetzt schon an dies zu genießen. Ich freue mich, wenn sie sogar beim Einkaufen spaß haben. Wenn sie selbst im Einkaufszentrum Ideen haben zum Spielen. Ich mache mit, wenn sie nur auf die hellen Fliesen treten und ich lächle, wenn sie durch die Fußgängerzone rennen. Denn mir ist etwas aufgefallen. Je sicherer ich dabei bin, desto positiver sind auch die Reaktionen der Mitmenschen. Bin ich verbissen und ermahne meine Kinder stets zur Ruhe, trauen sich auch Fremde an meinen Kindern herumzumeckern. Erfreue ich mich aber daran, dass meine Kinder Spaß haben und lache mit ihnen, sind auch die andern Menschen eher entzückt als entrüstet. Eine gewisse Rücksichtnahme erwarte ich zwar schon von meinen Kindern, aber wie schnell ist schon mal jemand im Spiel angerempelt. Dann hilft ein freundliches „Entschuldigung“ auch von meiner Seite oft über den ersten Ärger hinweg. Und mal ehrlich, die Kinder haben doch mit ständig nörgelnden Eltern auch keine Lust auf einen Stadtbummel. Also, tief Luft holen, überlegen, was wirklich sein muss und einfach mal in die Stadt gehen und Spaß haben.

Aktualisiert ( Samstag, 02. Mai 2009 um 06:37 )
 
 



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