Ein Initiativkindergarten für die südliche Vorstadt und den Oberwerth
Dass das Angebot an Kindergartenplätzen für Kinder aus der Vorstadt und vom Oberwerth nicht ausreicht ist weithin bekannt. In diesen Wochen versenden Kindergärten Zu- und Absagen. Die Stadt stellt Alternativlösungen vor: Kinder sollen vorerst täglich nach Lay geschickt werden um dann zu gegeben Zeitpunkt in ihre Wunschkindergärten „nachzurücken“. Eine denkbar schlechte Alternative, denn dies bedeutet, wenn das Kind dann endlich nachrücken
darf, auch wieder eine zweite Eingewöhnung. Es wirft sich die Frage nach einer Alternative vor Ort auf. Denn Betreuungsplätze müssen dort sein wo Kinder wohnen. Ausweichmöglichkeiten in Kindergärten auf der anderen Rheinseite und in Koblenzer Randgebiete sind weder für die Eltern, die die Anfahrt umständlich mit dem Auto organisieren müssen und somit mehr Geld aufbringen müssen, noch der Umwelt zumutbar. Am allerschlechtesten kommen jedoch die Kinder selbst dabei weg, denn auch ihr Alltag wird kompliziert. Eltern und Kindern wird durch diesen Mißstand die Möglichkeit genommen von einem engen Netzwerk (mit nach Hause nehmen der Freunde etc.) in ihrem Wohnviertel zu profitieren. Denn ein Betreuungsplatz im eigenen Wohnviertel fördert Freundschaften und Nachbarschaftshilfe. Kinder besuchen die selben Spielplätze und später die gleiche Schule. So entstehen soziale Bindungen über Jahre.
Es wirft sich die Frage nach einem Initiativkindergarten auf. Hierzu schließen sich Eltern zu einer Elterninitiative zusammen und Gründen einen Verein zur Schaffung eines Kindergartens. Das klingt nach Arbeit. Es bedeutet aber nicht das die Kinder durch die Eltern betreut werden, das übernehmen natürlich Pädagogen. Die Eltern werden jedoch aktiver mit einbezogen. Die Mitarbeit und Mitgestaltung der Eltern ist notwendig (Organisation, Verwaltung, Planung, Renovieren, Gartenarbeit, Projekte). Für die Einen mag dies abschreckend sein, andere sehen darin die Chance aktiv am Projekt teil zu haben. Ein Anteil der einen wesentlichen Teil im täglichen Leben des Kindes darstellt. Denn aktive Mitgestaltung bedeutet auch Mitspracherecht. Das betrifft zum Beispiel die Rahmenbedingungen wie Öffnungszeiten und die Gruppengröße. Auch in das pädagogische Konzept ( Montessoripädagogik, integratives Konzept) können Eltern ihre Erziehungsvorstellungen einbringen und gemeinsam mit den pädagogischen Mitarbeiter/ innen ihr Konzept für das Zusammensein mit den Kindern entwickeln.
Für Initiativkindergärten spricht auch, dass die Kinder in einer kleinen Gruppe betreut werden. Auf ihre Bedürfnisse kann dadurch individuell eingegangen werden. Elterninitiativen orientieren sich an den Wünschen & Bedürfnissen von Eltern und Kindern und stellen eine ernstzunehmende Alternative zu dem bestehenden Betreuungsangebot dar.
Aufruf!
Engagierte Eltern gesucht! Koblenz eine träge Beamtenstadt? Eine Elterninitiative - verschwendete Liebesmüh? Die Behörden - eine unüberwindbare Hürde?
Die Unmöglichkeit in der Südvorstadt oder auf dem Oberwerth einen geeigneten Raum zu in den (Ladenfäche, Parterre, Garten etc) Zunächst einmal gehört natürlich eine ganze Menge Idealismus und Mut dazu. Mut, dass es doch zu schaffen ist,denn sowohl das „Kuschelnest“ als auch die beiden Universitätskitas sind das Ergebnis von Elterninitiativen. Und Mut zur Improvisation. So können beispielsweise gemeinsame Spaziergänge und Ausflüge in die Rheinanlagen, zu Spielplätzen oder den Wald stellen ein spannender Gartenersatz sein. In einer kleinen Gruppe ist das leicht möglich.
Die Situation ist also keineswegs aussichtslos.
Weiterführende Informationen und Links:
Konkrete Information:
Elterninitiative
Die Eltern gründen einen Verein, der dem Zweck dient einen Kindergarten einzurichten/ zu gründen (Zweck des Vereins: Einrichtung & Betrieb eines Kindergartens). In der Regel sind die Vereine Mitglieder im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Er repräsentiert und fördert seine Mitgliedsorganisationen in ihrer fachlichen Zielsetzung und ihren rechtlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Belangen. Mit der Aufnahme des Kindes treten die Eltern automatisch dem Verein bei und zahlen einen Vereinsbeitrag.
Finanzierung & Elternbeitrag:
Elternbeitrag:
Die Eltern der im Kindergarten aufgenommenen Kinder sind automatisch Mitglieder im Verein. Die Stadt zahlt für jedes Kind einen Zuschuss. Da es in der Regel schwierig ist sich allein durch diese Zuschüsse zu finanzieren, zahlen die Eltern den auch in den städtischen Kindergärten anfallenden üblichen Kindergartenbeitrag (in Höhe von ??? pro Monat) plus einem Vereinsbeitrag (ca. 30 monatlich). Bsp: Der Verein "Hochschulnahe Kindertagesstätte Koblenz e.V." erhält finanzielle Mittel durchÖffentliche Zuschüsse Zuschüsse erhalten wir vom Land Rheinland-Pfalz, der Stadt Koblenz (Jugendamt) und dem Studierendenwerk Koblenz Die Bezuschussung richtet sich nach dem Kindertagesstättengesetz Rheinland-Pfalz und ist geknüpft an bestimmte Richtlinien, die beispielsweise beinhalten, wie groß die Räume für eine Kindergruppe oder die Gruppe selbst sein müssen, wie groß die Mitarbeiterinnenzahl sein muss und welche Qualifikation diese haben müssen und vieles mehr.
Der PARITÄTISCHE Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e. V. ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Er arbeitet überparteilich und überkonfessionell - dies macht ihn unabhängig. Über 550 Vereine, Gesellschaften und Stiftungen sowie deren Einrichtungen und Dienste im Paritätischen repräsentieren die Vielfalt der Hilfeangebote und Konzepte. Der PARITÄTISCHE repräsentiert und fördert seine Mitgliedsorganisationen in ihrer fachlichen Zielsetzung und ihren rechtlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Belangen.
Die 1986 gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen e.V. (BAGE) ist der bundesweite Zusammenschluss von Elterninitiativen, die Kinderbetreuung selbst organisieren.
Mitglieder:
21 Kontakt- und Beratungsstellen, die auf kommunaler und Landesebene Eltern bei der Gründung von Elterninitiativen unterstützen und begleiten. Bundesweit betreut die BAGE mehr als 8.500 Elterninitiativen.
Welche Gesetze muss man beachten ? Welche Amtswege gehen ? Wer ist AnsprechpartnerIn wofür ? Fragen über Fragen kommen auf Eltern zu, wenn sie die ausserfamiliäre Betreuung ihrer Kinder selbst in die Hand nehmen wollen, ein Dickicht an sich ständig ändernden Richtlinien, Vorschriften und Gesetzen, das ohne professionelle Hilfe kaum zu bewältigen ist.
Aber auch bei laufendem "Betrieb" müssen Eltern ständig neue Stolpersteine und Hindernisse aus dem Weg räumen: arbeitsrechtliche Fragen müssen geklärt und geregelt werden, Zuschussprobleme, Richtlinienänderungen oder auch Konflikte zwischen den Eltern. Die über 20 bundesweiten Kontakt- und Beratungsstellen der BAGE bieten folgende Informations- und Serviceleistungen an:
• Gründungsberatung über Richtlinien und Gesetze, Fragen der Trägerschaft/ Vereinsgründung, Behördenzuständigkeiten, Organisation und Finanzierung
• Projektberatung in den Bereichen Finanzen und Verwaltung, Antragsverfahren, Zuschussfragen, gesetzliche Richtlinien, Personalfragen, pädagogische Konzepte
• Fachberatung für MitarbeiterInnen und Eltern in allen pädagogischen Bereichen und in Fragen der Arbeitsorganisation
• Konfliktberatung für Elterngruppen und Bezugspersonen
• Informations-Service für ratsuchende Eltern und Bezugspersonen über die verschiedenen Betreuungsformen für Kinder sowie das gesamte Spektrum an
Fragen und Problemen zum Thema Elternselbsthilfe und selbstorganisierte Kinderbetreuung
• Vernetzung der Elterninitiativen durch Veranstaltungen, Arbeitskreise und Fortbildung
• Öffentlichkeitsarbeit für Elterninitiativen auf regionaler und überregionaler Ebene.
Dabei übernehmen die Kontaktstellen Mittlerfunktion zwischen Praxis, Politik und Verwaltung. Beratung, Unterstützung und Information erhalten die Ratsuchenden durch direkte Gespräche, telefonische Beratung, durch Leitfäden, monatliche Informationen, Broschüren und Fachliteratur. Für Eltern und Fachpersonal werden Koordinationstreffen und regelmäßige Arbeitskreise durchgeführt. Finanziert werden die Kontakt- und Beratungsstellen der BAGE durch Mitgliedsbeiträge der Elterninitiativen, durch Landesmittel und in manchen Fällen auch durch kommunale Fördermittel. nächster Ansprechpartner BAGE:
Interessenverband der Kleinkindgruppen
Rheinland-Pfalz
c/o Tina Bretz
Kaiserstr. 19
D-54290 Trier
Funktion:
Interessenvertretung und Sprachrohr der Kontaktstellen und Initiativen.
Aufgaben:
• familien- und kinderpolitische Perspektiven formulieren
• die konsequente Förderung von Elterninitiativen auf Städte-, Kreis- und Länderebene vorantreiben
• die Eigenverantwortlichkeit der Eltern stärken und die selbstorganisierte, außerfamiliäre Kinderbetreuung verwirklichen
• Beratungsarbeit in einzelnen Städten und Regionen um Selbstorganisation und Eigenverantwortung zu unterstützen
Die Seite gibt einen schönen Einblick wie es funktionieren kann. Die Mainzer „Kinderwiese“ ist eine Elterninitiative, die 1984 von Müttern einer Stillgruppe gegründet wurde.