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oder die Möglichkeit, sein ungeborenes Baby kennen zu lernen
Das Schönste für uns war die Haptonomie oder wie wir immer gesagt haben, das "Babyschaukeln". So berichten Mandy (26) und Rainer (49) aus Neuhäusel, die ihr erstes Kind gemeinsam mit einer Hebamme zur Welt gebracht haben.
Aber was ist Haptonomie eigentlich? "Haptonomie ist einfach eine unglaublich schöne Erfahrung. Wir haben unser Kind bereits vor der Geburt kennen lernen dürfen. Es war immer eine Stunde, in der wir uns ganz intensiv mit unserem Kind beschäftigt hatten", so Mandy
Lida Kitzmann, 48 freiberufliche Hebamme aus der Hebammenpraxis Koblenz, bietet diese Form der pränatalen Eltern-Kind-Begleitung an. Für diese spezielle haptonomische Schwangerschaftsbegleitung ist eine vierjährige Ausbildung in Frankreich (in Oms beim Internationalen Zentrum zur Forschung und Entwicklung der Haptonomie) notwendig. Sie wurde in den 1940er Jahren von dem Niederländer Frans Veldman entwickelt und ist heute vorwiegend in Frankreich verbreitet.
Lida: "An dieser Stelle möchte ich mich für das Kennenlernen dieser Wissenschaft und für die Ausbildung der grundlgenden Aspekte der emotionalen Beziehung zwischen Eltern und Kind bei Frans Veldman und Ann Marie van Polen (Direktorin des Forschungszentrums CIRDH) bedanken. Es hat mir geholfen, die elterlichen Bindungen schon in der Schwangerschaft zu fördern und ihnen das Wilkommenheissen des Kindes und die Öffnung zum Leben zu erleichtern."
Die Haptonomie ist die Wissenschaft von den Grundlagen der Affektivität (zwischenmenschliches Gefühlserleben). Die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens haben zwei Elemente, die miteinander eine Einheit bilden. Einerseits das Bedürfnis eines jeden Menschen, von dem Anderen bestätigt zu werden, andererseits die angeborene Fähigkeit des Menschen, seinen Mitmenschen diese Bestätigung zu gewähren.
Der Begriff Haptonomie entstand von dem griechischen Terminus "hapsis" was so viel bedeutet wie das Berühren (gemeint ist ein innerliches/emotionales Berühren) und dem Wort "noms" - Gesetz, Norm, Gesetzmäßigkeit.
"Zugegeben, am Anfang war ich wenig begeistert, auf Wunsch meiner Frau, einen Haptonomie-Kurs zu besuchen. Dieser ganze "Esoterik-Kram" war mir einfach suspekt. Aber zu meinem eigenen großen Erstauen wich die anfängliche Unsicherheit bald der Begeisterung. Tatsächlich gelang es nach einigen Begegnungen, einen Kontakt über die Hände zu unserem Sohn herzustellen" berichtet Markus" (34) aus Andernach.
Die haptonomische Annäherung verändert sichtbar und fühlbar den psychotaktilen Tonus (die Elastizität der Muskulatur, die Spannung der Bauchdecke und des Bindegewebes). Dadurch entsteht eine enorm hohe Dehnbarkeit der Bauchdecke, die dem Kind einen optimalen Raum zum wachsen und Gedeihen anbietet. Dabei entseht ein tiefes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
Aber die Haptonomie kann noch viel mehr. Mandy: "Ich erinnere mich daran, dass wir in der 30ten Schwangerschaftswoche im zukünftigen Kinderzimmer Regale an die Wand gebohrt habe. Durch das laute und ungewohnte Geräusch hat sich unser Baby so erschrocken, das es wie wild im Bauch gestrampelt hat, und zwar so stark, dass ich Schmerzen bekommen habe. Für meinen Mann und mich war sofort klar was zu tun war: Ich legte mich aufs Bett, wir streichelten meinen Bauch, sprachen leise zu unserem Baby und begannen es sanft hin und her zu wiegen. Binnen weniger Minuten fühlte sich das Kleine wieder sicher und geborgen, dass es sich völig entspannte und aufhörte zu strampeln. Es spürte einfach, dass wir bei ihm waren und es sicher und geborgen hielten".
Für die Mutter werden durch die haptonomische Begleitung körperliche Belastungen, Stress und vor allem der Wehenschmerz unter der Geburt erträglicher.
Christine (29) aus Andernach berichtet: "Spannend war es zu erfahren, welche Übungen mich auch bei der Geburt unterstützen konnten. Weil es noch im Verborgenen lag, wie meine Geburt ablaufen würde, konnte ich mir zum Schluß auch nicht vorstellen, wie die Haptonomie mir dabei helfen sollte. Nach vielen Stunden Wehentätigkeit war der Wunsch nach Entlastung dann aber groß, und ich war froh, von da an auch Markus in die Geburtsarbeit mit einbinden zu können. Nun haben wir schließlich beide unsere Geburtsarbeit geleistet und Markus gehört jetzt zu den Vätern, die nicht hilflos neben ihrer Frau stehen musten".
Abschließend möchten Mandy und Rainer allen werdenden Eltern dringend ans Herz legen: "Nehmt Euch die Zeit, euer Baby schon während der Schwangerschaft kennen zu lernen und auf diese Weise willkommen zu heißen. Wir sind Lida so dankbar für diese wunderschönen Momente und Erfahrungen."
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